Was ist ein guter Prompt? Definition, Beispiele & Regeln (2026)
Ein guter Prompt ist eine präzise, strukturierte Anweisung, die einer KI alle notwendigen Informationen gibt, um das gewünschte Ergebnis zu liefern. Er umfasst Rolle, Ziel, Kontext, Aufgabe, Output-Format und Einschränkungen.
Viele Nutzer sind enttäuscht von KI-Ergebnissen – nicht wegen der KI, sondern weil ihre Prompts zu vage oder unstrukturiert sind.
Die gute Nachricht: Gute Prompts lassen sich lernen und systematisch anwenden.
In diesem Artikel lernst du, was einen guten Prompt ausmacht, welche 6 Merkmale entscheidend sind und wie du mit konkreten Beispielen bessere Ergebnisse erzielst.
Inhaltsverzeichnis
Was ist ein guter Prompt? Definition
Ein Prompt ist die Anweisung, mit der du eine KI wie ChatGPT, Claude oder Gemini steuerst. Ein guter Prompt zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
- Präzise – Die KI weiß genau, was sie tun soll
- Strukturiert – Klare Gliederung in Rolle, Ziel, Kontext, Aufgabe, Format, Einschränkungen
- Kontextreich – Enthält alle notwendigen Informationen (Zielgruppe, Branche, Tonalität)
- Messbar – Das Ziel ist konkret und überprüfbar
- Wiederverwendbar – Funktioniert konsistent bei ähnlichen Aufgaben
Kurz: Ein guter Prompt liefert präzise, konsistente Ergebnisse ohne viel Nacharbeit.
6 Merkmale eines guten Prompts
1. Klare Rolle
Die KI muss wissen, wer sie sein soll. Das beeinflusst Wortwahl, Argumentation und Strukturierung erheblich.
❌ Schlecht:
Schreibe einen Text.✅ Gut:
Du bist ein erfahrener Content-Marketer mit 10 Jahren Erfahrung im DACH-Raum, spezialisiert auf B2B-Kommunikation.2. Konkretes Ziel
Ein gutes Ziel ist messbar und spezifisch. Nicht "einen guten Text", sondern "einen Text, der zu einer Anmeldung motiviert (Conversion-Ziel: 3%)".
❌ Schlecht:
Erstelle einen Marketingtext.✅ Gut:
Erstelle einen Conversion-optimierten Marketingtext für eine Landingpage, der die Vorteile unseres Produkts hervorhebt und zu einer Anmeldung motiviert (Conversion-Ziel: mindestens 3%).3. Ausreichender Kontext
Kontext umfasst: Zielgruppe, Branche, Markt, Wettbewerbssituation. Gerade im DACH-Raum ist kultureller Kontext entscheidend.
Beispiel Kontext:
Zielgruppe: B2B-Entscheider im DACH-Raum, 35-50 Jahre, mittelständische Unternehmen Branche: SaaS / Marketing-Automation Markt: Deutschland, Österreich, Schweiz Ton: professionell, aber nicht steif Wettbewerb: [Optional: Hauptkonkurrenten erwähnen]
4. Präzise Aufgabe
Die Aufgabe muss spezifisch und handlungsorientiert sein. Nicht "mache etwas", sondern "erstelle X mit folgenden Elementen: A, B, C".
❌ Schlecht:
Schreibe einen Blogartikel.✅ Gut:
Erstelle einen SEO-optimierten Blogartikel (ca. 1.200 Wörter) mit: - Einleitung mit Hook - 3-4 Hauptabschnitte mit H2-Überschriften - Zwischenüberschriften (H3) - Bulletpoints für bessere Lesbarkeit - Praxisbeispiel - Fazit mit Call-to-Action
5. Definiertes Output-Format
Ohne Format-Vorgabe bekommst du Fließtext – auch wenn du eine Tabelle, Liste oder strukturierte Ausgabe brauchst.
Mögliche Formate:
- •Markdown – Für strukturierte Texte mit Überschriften
- •Bulletpoints – Für Listen und Aufzählungen
- •Tabelle – Für strukturierte Daten
- •JSON – Für technische Anwendungen
6. Klare Einschränkungen
Einschränkungen definieren Tonalität, Länge, Sprache und was vermieden werden soll.
Beispiel Einschränkungen:
- •Tonalität: professionell, locker, sachlich, emotional
- •Länge: ca. X Wörter / Zeichen
- •Sprache: Deutsch (DACH-Standard)
- •Vermeide: Floskeln, Superlative, englische Begriffe
Vorher/Nachher-Beispiele
❌ Vorher (schlechter Prompt)
Schreib mir einen Text über unser Produkt.Probleme:
- Keine Rolle definiert
- Kein klares Ziel
- Kein Kontext
- Kein Format
- Keine Einschränkungen
Ergebnis: Generischer, unspezifischer Text, der erhebliche Nacharbeit erfordert.
✅ Nachher (guter Prompt)
Du bist ein erfahrener Content-Marketer mit Schwerpunkt SEO und B2B-Kommunikation. Ziel ist es, Einsteigern im DACH-Raum das Thema KI verständlich zu erklären und sie zu motivieren, selbst erste Schritte zu unternehmen. Kontext: - Zielgruppe: Marketing-Verantwortliche, 30-45 Jahre, kleine bis mittelständische Unternehmen - Branche: E-Commerce, SaaS - Markt: DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) Aufgabe: Erstelle einen SEO-optimierten Blogartikel (ca. 1.200 Wörter) mit folgenden Elementen: - Einleitung mit Hook - 3-4 Hauptabschnitte mit H2-Überschriften - Zwischenüberschriften (H3) - Bulletpoints für bessere Lesbarkeit - Praxisbeispiel - Fazit mit Call-to-Action Output-Format: Markdown mit H2/H3-Struktur, Bulletpoints, Absätze mit max. 4 Zeilen. Einschränkungen: - Tonalität: verständlich, sachlich, motivierend (nicht technisch) - Vermeide: Buzzwords, Übertreibungen, zu viel Fachjargon - Sprache: Deutsch (DACH-Standard)
Warum dieser Prompt gut ist:
- Klare Rolle definiert
- Messbares Ziel (verständlich erklären, motivieren)
- Detaillierter Kontext (Zielgruppe, Branche, Markt)
- Spezifische Aufgabe mit Elementen
- Klares Output-Format
- Konkrete Einschränkungen
Ergebnis: Strukturierter, verwendbarer Artikel, der direkt einsetzbar ist.
Prompt-Template für Einsteiger
Nutze dieses bewährte Template als Ausgangspunkt für deine Prompts:
6-Komponenten-Prompt-Template
1️⃣ Rolle
Du bist ein erfahrener [Rolle mit Expertise].2️⃣ Ziel
Ziel ist es, [konkretes, messbares Ergebnis] zu erreichen.3️⃣ Kontext
- Zielgruppe: [Alter, Position, Pain Points] - Branche: [Branche] - Markt: [Geografischer Fokus] - Wettbewerb: [Optional]
4️⃣ Aufgabe
Erstelle / Entwickle / Analysiere [spezifische Aufgabe] mit [Elemente].5️⃣ Output-Format
Antworte in [Format: Markdown, Bulletpoints, Tabelle, JSON].6️⃣ Einschränkungen
- Tonalität: [professionell, locker, sachlich, emotional] - Länge: [ca. X Wörter / Zeichen] - Sprache: [Deutsch, Englisch, etc.] - Vermeide: [Floskeln, Superlative, etc.]
Tipp: Kopiere dieses Template und passe es für deine spezifischen Use Cases an. Dokumentiere funktionierende Prompts für zukünftige Nutzung.
Typische Fehler vermeiden
Fehler 1: Zu vage
Schlecht: "Schreibe einen Text."
Besser: "Erstelle einen Conversion-optimierten Marketingtext für eine Landingpage, der die Vorteile unseres Produkts hervorhebt und zu einer Anmeldung motiviert."
Fehler 2: Fehlender Kontext
Schlecht: Keine Angabe zu Zielgruppe, Branche oder Markt.
Besser: Immer Zielgruppe, Branche, geografischen Fokus und Tonalität definieren.
Fehler 3: Kein Format definiert
Schlecht: Erwartest eine Tabelle, bekommst aber Fließtext.
Besser: Immer explizit das gewünschte Format angeben (Markdown, Bulletpoints, Tabelle, JSON).
Fehler 4: Zu viele Anforderungen auf einmal
Schlecht: Ein Prompt soll alles auf einmal lösen.
Besser: Komplexe Aufgaben in kleinere, fokussierte Prompts aufteilen.
Goldene Regeln für gute Prompts
- Sei spezifisch, nicht vage – Je präziser deine Anweisung, desto besser das Ergebnis.
- Gib immer Kontext – Zielgruppe, Branche und Markt sind entscheidend für passende Ergebnisse.
- Definiere das Format – Sage der KI explizit, wie das Ergebnis aussehen soll.
- Setze messbare Ziele – Nicht "gut", sondern "zu einer Anmeldung motivieren (3% Conversion)".
- Teste und iteriere – Gute Prompts entstehen durch Verbesserung, nicht beim ersten Versuch.
- Dokumentiere funktionierende Prompts – Baue eine Bibliothek auf, die du wiederverwenden kannst.
Fazit: Was macht einen guten Prompt aus?
Ein guter Prompt ist nicht kompliziert – er ist strukturiert und präzise. Die 6-Komponenten-Methode (Rolle, Ziel, Kontext, Aufgabe, Format, Einschränkungen) gibt dir eine klare Vorlage, die du für jeden Use Case anpassen kannst.
Dein nächster Schritt:
- Wähle einen Use Case (z. B. Blogartikel, E-Mail, Social Media Post)
- Nutze das 6-Komponenten-Template
- Teste den Prompt und passe ihn an
- Dokumentiere, was funktioniert
Mit dieser Methode erzielst du konsistent bessere Ergebnisse und sparst Zeit bei der Nacharbeit.